Ansgarschule Twist
 

 Hannover, 9. April 2020

 

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Eltern und Erziehungsberechtigte,

seit dem 16.03.2020 findet in den niedersächsischen Schulen kein Unterricht statt. Diese Situation stellt Familien mit schulpflichtigen Kindern seit fast vier Wochen vor besondere Herausforderungen. Vor allem die Frage, wie es nach den Osterferien weitergeht und welche Auswirkungen das Unterrichtsverbot auf den Schulerfolg ihrer Kinder haben wird, beschäftigt viele Eltern derzeit sehr. Die Berichterstattung in der Presse und zahlreiche Kommentare in den sozialen Medien zeigen deutlich, wie groß hier Unsicherheiten und Ängste sind.

Das ist alles sehr verständlich und wird von mir sehr ernst genommen. Gleichwohl bringen uns wilde Spekulationen und hitzige Debatten an dieser Stelle keinen Schritt weiter. Die Dynamik der aktuellen Entwicklungen verlangt viel mehr danach, einen möglichst kühlen Kopf zu behalten, um besonnen und verantwortungsvoll auf die sich verändernde Situation zu reagieren. Dabei gilt es auch weiterhin "auf Sicht zu fahren".

Grundlage für alle Entscheidungen und Maßnahmen ist und bleibt der Infektions- und Gesundheitsschutz, Auf dieser Basis erarbeiten wir im Kultusministerium derzeit verschiedene Szenarien zur Wiederaufnahme des Unterrichts in den Schulen und stimmen uns kontinuierlich mit den Bildungsministerien der anderen Bundesländer ab. Wir nehmen dabei unter anderem die Möglichkeiten des digitalen Lernens in den Blick, berücksichtigen aber auch die Situation von Schulen, die hier noch nicht über die entsprechenden Lern- u. Arbeitsumgebungen verfügen. Für alle wird es eine Lösung im Sinne der Schülerinnen und Schüler geben.

Nach Ostern wird nicht alles gut bzw. normal sein, wir alle werden auch weiterhin mit Einschränkungen zu kämpfen haben. Wir werden Sie aber im Spannungsfeld zwischen Bildungsauftrag. Erziehung und Gesundheitsschutz nach Kräften unterstützen. Ich darf hier beispielhaft auf den Niedersächsischen Bildungsserver (NiBiS) u. die dortigen Angebote verweisen. Sie werden beständig und schnell ausgebaut.

Parallel dazu erarbeiten wir derzeit Handreichungen zum Umgang mit der Situation in den Schulen und in den Familien, die in der nächsten Woche zur Verfügung stehen werden.

Eine große Bitte an Sie habe ich auch: Unsere Kinder können nicht nur hören und sehen, was um sie herum vor sich geht, sie spüren auch unsere Anspannung, Sorgen und Ängste. Und am Ende wird ihre psychische Gesundheit weitaus wichtiger sein als versäumter Unterrichtsstoff, der sich im Zweifel nachholen lässt!

Was Kinder jetzt brauchen, ist die Gewissheit geliebt, beschützt und verstanden zu werden. Nehmen Sie sich Zeit für ihre Fragen und Nöte und informieren Sie nach Möglichkeit sachlich und altersgemäß. Sie sind die wichtigsten Bezugspersonen Ihrer Kinder und damit Anker und Hafen in unsicheren Zeiten. Vielleicht können Sie die gemeinsame Zeit an den Ostertagen jetzt noch mehr als bisher in schöne Momente nutzen? Sie schenken Ihren Kindern - und natürlich auch sich selbst - damit positive Erinnerungen an eine ansonsten oft schwierige Zeit.

Wir werden in gemeinsamer Abstimmung mit Bund und Ländern in der Woche nach Ostern beraten, wie es verantwortungsbewusst ab dem 20.04.2020 mit Schulen und Kindertagesstätten in Niedersachsen weitergeht. Und egal, welche Entscheidung dann fällt: Wir informieren Sie schnellstmöglich und lassen Sie damit nicht alleine!

In diesem Sinne: Genießen Sie den Frühling und die Osterzeit, passen Sie gut auf sich auf und bleiben Sie vor allem gesund!

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Grant Hendrik Tonne
Niedersächsischer Kultusminister