Ansgarschule Twist
 
"Schüler treten ganz natürlich in Kontakt"
Bericht der Meppener Tagespost vom 20.09.2006

"Wir sind die Grundstufe 5." Farbenfrohe Handabdrücke und ein Foto von der Einschulung sieht man auf dem Bild, das Florian, Lea, Lena, Robert und Robin sowie die beiden Kevins zusammen gestaltet haben.

Vor ihrem neuen Klassenraum in der Ansgarschule in Twist hängt es seit Anfang September, seitdem es auch die Kooperation zwischen der Grundschule und der Tagesbildungsstätte des St.-Vitus-Werkes gibt.

Die kooperative Klasse wurde für Kinder mit Förderbedarf aus Twist und Umgebung eingerichtet. Heilpädagoginnen Heike Nieters und Andrea Grumler arbeiten mit ihnen nach dem Programm der Tagesbildungsstätte; der individuelle Förderbedarf unter Berücksichtigung der speziellen Lebenssituation des Kindes steht dabei im Mittelpunkt. Der Stundenplan sieht auch etwas anders aus als der in den übrigen drei Schulklassen, in denen die Erstklässler lernen.

Dienstags stehen zum Beispiel nicht nur künstlerisches Gestalten und Mathe auf dem Plan, sondern auch Reiten. Da die Kinder bis 15 Uhr in der Schule bleiben, gehört auch ein Mittagessen dazu.

"Die Pausen sind was Schönes", berichten Lena und Lea, noch voll beschäftigt mit dem Schneiden von bunten Papierstreifen, die den Rahmen für ihr Einschulungsfoto schmücken sollen.

Bei schönem Wetter spielen die Kinder von der "Grundstufe 5" draußen auf dem Schulhof mit anderen Erstklässler. Sie laufen und toben, und wenn sie sich beim Balancieren etwas unsicher fühlen, findet sich schnell eine helfende Hand. "Kinder sehen es selbst, wenn jemand Hilfe braucht", berichtet die Heilpädagogin Grumler, die in den Pausen ihre Schützlinge auf dem Schulhof begleitet. Dort treffen sie sich auch mit Kindern von ihrer Partnerklasse.

Der neue Leiter der Grundschule, Otto Quaing, sieht in der Kooperation mit der Tagesbildungsstätte viele Vorteile für seine insgesamt 128 Regelschüler. Ob auf dem Schulhof, im Unterricht oder bei gemeinsamen Aktionen - die Schüler mit und ohne Förderbedarf treten ganz natürlich in Kontakt und lernen, sich selbst und andere in ihrer Besonderheit zu respektieren.

Für die Leiterin der Tagesbildungsstätte, Elisabeth Wittenbrink, ist das bereits die zweite Kooperation mit einer Regelschule. Die Einrichtung des St.-Vitus-Werkes arbeitet bereits seit 1999 mit der Johannes-Gutenberg-Grundschule zusammen. "Unser Ziel ist, dass Kinder mit Behinderung in ihrem gewohnten Umfeld aufwachsen können", sagt sie.