Ansgarschule Twist
 
Erste Kooperationsklasse
Bericht der Meppener Tagespost vom 30.11.2006

"Hi, was macht ihr an unserem Frühstückstisch?", rufen Robert und Kevin wie aus einem Munde, als sie vom Reiten zurück in ihren Klassenraum stürmen. Denn ihre Plätze im Klassenraum der Grundstufe 5 in der Ansgarschule hatten die Vertreter der Gemeinde und der St.-Vitus-Werk GmbH eingenommen.

Schnell fand der Platztausch statt, so dass Robert, Kevin, Lea und Lena sowie der zweite Kevin, Florian und Robin ihre gewohnten Plätze zum Frühstück einnehmen konnten. Zusammen mit der Praktikantin und den beiden Heilpädagoginnen Andrea Grumler und Heike Nieters sangen sie "Guten Morgen, Herr Bäcker, das Frühstück schmeckt lecker", bevor sie herzhaft in ihre Käsebrötchen oder Wurstschnitten bissen.

Bürgermeister Ernst Schmitz und Mitarbeiter Peter Liedtke trafen sich mit der Leiterin der Tagesbildungsstätte (TABI) Elisabeth Wittenbrink und Geschäftsführer Bernhard Sackarendt zum offiziellen Start der Kooperationsklasse. Sieben Kinder aus Twist und Geeste gehören zur kooperativen Klasse, die bereits in der kommenden Woche durch einen weiteren Zugang ihre Höchstzahl von acht Schülerinnen und Schülern mit einem Förderbedarf im Bereich geistiger Entwicklung erreicht. Auf Initiative der Landesschulregierung hatte noch am Ende des letzten Schuljahres Rektor i. R. Werner Speller, der auch am "offiziellen Startschuss" teilnahm, die Realisierung der ersten kooperativen Klasse in Twist als "engagierter Fürsprecher" vorangetrieben. Die Vertreter des St.-Vitus-Werkes dankten der Gemeinde für die unbürokratische und schnelle Unterstützung der Aktion.

Bürgermeister Schmitz lobte die Arbeit der Eltern und der Ausschussmitglieder, die das pädagogische Vorhaben tatkräftig und "auf kurzem Dienstwege" unterstützt hätten. In nur wenigen Wochen seien für die kooperative Gruppe ein Klassenraum, ein Gruppenraum und eine separate sanitäre Anlage entstanden. Elisabeth Wittenbrink dankte der Gemeinde und der Schule, dass sie die pädagogischen Mitarbeiterinnen "mit offenen Armen aufgenommen" hätten.

Geschäftsführer Bernhard Sackarendt begrüßte die "fachliche Effizienz der Integrationsklasse". Die Integration der benachteiligten Kinder in die Nachbarschaft und Gemeinde gelinge optimal durch die dezentrale Versorgung. Das Projekt der Gemeindenähe erfahre hier in der Ansgarschule "feste Konturen und einen heilpädagogischen Rahmen erster Klasse". Die Grundstufe 5 sei ein "offener Versuch", so TABI-Leiterin Elisabeth Wittenbrink. Ihr Wunsch sei, dass sich die kooperative Arbeit auch nach der Grundschulzeit in den weiterführenden Schulen fortsetzen möge. Die Kooperationsklasse, so Sackarendt, führe das Vitus-Werk "zurück zur Wurzel seines Ursprungs", denn vor 39 Jahren habe Rektor i. R. Hubert Mijalski die damalige Beschützende Werkstatt Twist mitbegründet, die dann nach der Fusion in den Verein Kinderhilfe umbenannt worden sei.