Ansgarschule Twist
 
Große Literatur für kleine Einsteiger
Vorlesetag in der Ansgarschule mit Twister Prominenten

Bericht der Meppener Tagespost vom 28.11.2007

Die Lust am Lesen entsteht beim Zuhören. So lautete das Motto des bundesweiten Vorlesetages unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Horst Köhler sowie der Journalistin Elke Heidenreich, an dem sich auch die Ansgarschule Twist als einzige Schule im Emsland beteiligt hat.

Der Leiter der Ansgarschule, Otto Quaing, hatte einige Twister dazu eingeladen, Kindern vorzulesen und damit ihre Begeisterung für das Lesen an Grundschüler weiter zu geben. Neun Vorleser waren engagiert: Regierungsschuldirektor Heiner Reinert von der Landesschulbehörde, Maria Grünefeld, Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Twist, Pastor Ulrich Hirndorf von der evangelisch-lutherischen Nazareth-Kirchengemeinde Twist, Pastor Michael Schiller von der katholischen Kirchengemeinde, Cornelia Herzog und Anita van Ommen von der Bücherei St. Ansgar, Marianne Reinink, die Leiterin des Kindergartens St. Ansgar, Werner Speller, der ehemalige Schulleiter der Ansgarschule, sowie Anja Schlagenhauf vom Fachbereich Schule und Frau Schütte als Vertreterin der Tagesbildungsstätte des St.-Vitus-Werkes.

"Kinder brauchen Märchen und Geschichten - sie brauchen aber auch Eltern, Geschwister und Freunde, die ihnen diese erzählen", hieß es im Aufruf zum diesjährigen, bereits vierten Vorlesetag, der auf eine Initiative der Wochenzeitung "Die Zeit" und der Stiftung Lesen zurückgeht.

Mehr als 7000 Vorleser, darunter 632 Politiker und Prominente, haben sich bundesweit an der Aktion beteiligt. "Auch wir in Twist wollen Freude an der Literatur wecken und Kinder für das Lesen begeistern", sagte Schulleiter Quaing bei der Begrüßung der Gäste im Lehrerzimmer. Anschließend ging es in die Klassenräume, wo jeder aus einem selbst ausgewählten Buch vorgelesen und sich mit den Kindern über Bücher und ihre Lieblingsfiguren unterhalten hat.

So wählte zum Beispiel Regierungsschuldirektor Heiner Reinert große Literatur für kleine Einsteiger. In der Klasse 3a las er den Bilderbuchklassiker "Der kleine Häwelmann" von Theodor Storm "Als die Geschichte 1926 entstand, wurden die Kinder streng autoritär erzogen", erläuterte er dazu. Sie wurden geliebt, aber es gab klare Grenzen, die einzuhalten waren, sonst wurde streng bestraft. Im Hinblick auf die Freiräume der Erziehung von heute kann man nach Reinert wohl aufatmend sagen, dass den Kindern Alpträume, die der kleine Häwelmann hatte, erspart bleiben.

"Wozu braucht ein Eisbär Honig?", so der Titel einer Geschichte von Avril Rowlands, die Pastor Schiller den Zweitklässlern vorlas. Sie handelt von allerlei Begebenheiten, die Noah, seine Familie und Gottes viele Tiergeschöpfe in der schwimmenden Arche miteinander erleben. Elefant, Haselmaus, Adler, Fuchs, Rhinozeros - alle Tiere sammeln nicht nur lustige und freudige Erfahrungen, sondern müssen auch ernste und schwierige Konflikte des Zusammenlebens bewältigen.

Um das Thema "Miteinander leben" und die zehn Gebote, für Kinder formuliert, ging es in dem Kinderbuch, das Pastor Hirndorf in der Klasse 4b vorstellte. "Erziehen heißt ein Feuer anzünden", zitierte der Schulleiter Quaing den griechischen Philosophen Aristoteles und brachte damit das besondere Anliegen des Vorlesetages auf den Punkt.