Ansgarschule Twist
 
Hausaufgaben ohne Stress für Eltern und Kinder
Großes Interesse in Twist - Richtiges Belohnen und Bestrafen wichtig

Bericht der Meppener Tagespost vom 06.12.2007

Praxisbeispiele und Tipps hat Ergotherapeutin Cornelia Pape bereitgehalten, damit Kinder und Eltern die täglichen Hausaufgaben ohne Stress erledigen können. Sie referierte in der Grundschule St. Ansgar in Twist.

Es mussten eigens Stühle dazugestellt werden, so groß war das Interesse. Gerade junge Mütter wollten wissen, wie sich Verbesserungen herbeiführen lassen.

Cornelia Pape, seit 25 Jahren Ergotherapeutin, referierte anhand von konkreten Beispielen aus ihrer Praxis. "Die betroffenen Eltern haben die Filme, die ich zeige, freigegeben, damit auch andere die Möglichkeit haben, davon zu lernen", verdeutlichte Pape.

Zum Einstieg in den zweistündigen Vortrag zeigte sie einen Film und forschte mit den Zuhörern nach den Ursachen für Lernschwierigkeiten. Gründe hierfür könnten zu hohe oder niedrige Anforderungen an die Kinder sein, zu viele Bestrafungen oder zu wenig Lob. Die Referentin stellte dar, dass Kinder an den Folgen ihres Verhaltens lernen und hierbei das nichtsprachliche Verhalten mehr beachten, als die gesprochenen Worte. Dabei unterschieden sie zwischen den angenehmen und unangenehmen Folgen ihres Tuns, und diese Folgen würden bis zu einer Sekunde nach dem entsprechenden Verhalten unbewusst wahrgenommen.

"Dies bedeutet, dass Belohnung oder Bestrafung an der falschen Stelle ein unerwünschtes Verhalten beim Kind auslöst", so die Lerntherapeutin. Eltern müssten ihre Kinder genau beobachten und entsprechend reagieren. Dies sei lernbar und bringe nicht nur den Eltern weniger Stress, sondern auch den Kindern mehr Spaß am Lernen und bessere Erfolge in der Schule.

Pape stellte Belohnungs- und Bestrafungstypen vor. Durch positive Zuwendung (Anblicken, Lächeln, usw.) erreiche man, dass ein Lernverhalten besonders gefördert werde. Negative Zuwendung wie Schimpfen führe dazu, dass das unerwünschte ebenfalls stärker ausgeprägt werde.

Die Ergotherapeutin plädierte dafür, dass mit den Kindern die Erwartungen der Eltern besprochen werden und auch kontrolliert werde, ob diese vom Kind verstanden wurden. Beim Lernen seien fünf motivierte Minuten besser, als eine halbe Stunde unmotiviertes Arbeiten. Neben der Beobachtung des Kindes sei es wichtig, das eigene Verhalten zu analysieren und zu beobachten, wie dieses auf das Kind wirke. Eltern müssten ihr Verhalten reflektieren.

Pape stellte die Lernbox als Arbeitshilfe vor, damit der Schulstoff mit System und Erfolg oft wiederholt werden könne. Wiederholungen und die damit verbundene Automatisierung seien wichtig. "Ihr Autofahren haben sie auch automatisiert und machen nebenbei noch viele andere Dinge wie musikhören", stellte sie ein plastisches Beispiel vor.

Wichtige Grundsätze sollten beim Lernen eingehalten werden. Dazu gehörten das Erkennen der Lernbereitschaft beim Kind, Motivation und richtige Lernatmosphäre, aufrechte Körperhaltung sowie langsames Lerntempo.